Durst wird durch Bier erst schön

MEINUNGEN UND WIRKUNGEN

In der Heilkunde der Ägypter waren Malz, Hefe und Bier von gleicher Bedeutung wie die Hilfe der Göttinnen Ninurta und Nidaba.

Dr. I. Kater, Mediziner in Holland

Das Bier liefert in angemessener Form einen großen Teil der Grundstoffe, die für die Ernährung einer Schwangeren als unentbehrlich gelten. Neben seinem Nährwert regt das Bier als Getränk die Verdauung an und vermittelt durch seinen geringen Alkoholgehalt eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem. Es gibt der Schwangeren ein wohltuendes Gefühl der Ruhe. Durch Versuche ist bekanntgeworden, daß der im Bier enthaltene Alkohol nicht als schädlich zu betrachten ist - weder für die Mutter noch für das Kind. Tatsächlich gelangt der Alkohol, in täglichen Dosen von 50 Gramm verabreicht, nicht in die Milch. Die wohltuende Wirkung des Bieres auf Störungen des Magen- und Darmtraktes während der Schwangerschaft und während der Stillzeit sind wahrscheinlich auf die gelöste Kohlensäure sowie auf die Vitamingruppe des Bieres zurückzuführen.

Dr. med. Piero Bignami, Gynäkologisches Institut der Provinz Mailand, in »Der Nährwert des Bieres für die stillende Frau«

Schon die Tatsache, daß Bier immer frei von pathogenen Keimen ist - und selbst, wenn es verdorben, das heißt sauer geworden sein sollte, keine Krankheitskeime enthalten kann - ist charakteristisch für das Bier .

K. Schuster und F. Weinturter in »Betrachtungen über die ernährungsphysiologische Bedeutung des Bieres«

Zwanzig Amateursportler wurden einer Reihe von psychotechnischen Versuchen unterstellt, und zwar am Anfang und Ende eines Monats, während dem sie einen Liter Bier pro Tag getrunken hatten, während andere Getränke, außer Wasser, ausgeschlossen waren. Ernährungsweise, sportliche Betätigung und Arbeitsweise wurden unverändert beibehalten.

Das Resultat sah folgendermaßen aus: Unter dem Einfluß von Bier vermindern sich Reaktions- und Ausführungszeit, die Zahl der richtigen Antworten im Reaktionstest erhöht sich; in drei Versuchen verringerte sich die Zahl der Fehler.

Prof. Ferruccio Antonelli und Dr. Sergio Romano, am Institut für Sportmedizin in Rom in »Experimentelle Forschung über die Wirkung des Bieres in der Sportmedizin«

Beim Austausch von Wasser, Nährstoffen und Stoffwechselschlacken zwischen den Blutgefäßen und den Zellen des Körpers entsteht eine besondere Körperflüssigkeit, die als Lymphe bezeichnet und in einem eigenen Gefäßsystem abtransportiert wird. Für durch Bakterien hervorgerufene Erkrankungen hat das Lymphsystem insofern besondere Bedeutung, als die Ausbreitung der Keime vornehmlich auf dem Lymphweg erfolgt. Die Aufsaugung von Fetten durch den Darm und ihr Abtransport, der normalerweise auf dem Lymphweg erfolgt, dürfte durch Bier wesentlich beschleunigt werden. Ferner läßt sich nachweisen, daß Bier den lymphatischen Abtransport von Arzneimitteln aus dem Darm zu fördern imstande ist.

G. Vogel, Biologisches Institut Madaus in Köln in »Über eine bisher unbekannte biologische Wirkung von Bier«

Wir verzeichnen klinisch günstige Erfolge der zusätzlichen Behandlung der Leber- und Gallenwegserkrankten mit Bier. Neuerdings verabreichen wir Doppel-Exportbier - so, wie es zum Verkauf steht.

Dr. med. K. 0. Hermann, Chefarzt des Stadtkrankenhauses Lich (Hessen) und Leiter der serologischen Abteilung des Rudolf- Virchow-Krebsinstitutes in »Die funktionsfördernde Heilwirkung des Bieres auf den Leberstoffwechsel«

Das Bier steigert die Sekretion im Verdauungsapparat. Die Salzsäureproduktion des Magens und die Bereitstellung von Galle wird angeregt. Hauptsächliche Auslöser hierfür sind der Alkohol, die Kohlensäure und die Hopfenbitterstoffe des Bieres. Für den schwachen Esser ist das Bier ein segensreiches Diätetikum; er führt sich mit dem Bier nicht nur zusätzliche Kalorien zu - rund 500 pro Liter -, sondern er steigert auch seinen Appetit und fördert die bessere Ausnutzung seiner Nahrung. Dieser freundliche diätetische Aspekt, den das Bier dem kümmerlichen Esser darbietet, hat seine breite Kehrseite für den Appetitbegabten; es steigert eben - hier zeigt sich der Fehler seiner Tugend - seine Freude am Essen. Es verführt ihn zum Luxuskonsum an Salz und Kalorien. Wer dieser Versuchung hinreichend widersteht, braucht den Gewichtszuwachs nicht so sehr zu fürchten. Immer vorausgesetzt, daß das bürgerliche Maß nicht überschritten wird. Diese und alle anderen Überlegungen gelten selbstverständlich nicht, wenn der tägliche Bierkonsum gar etwa zehn Liter erreicht.

Prof. Dr. Felix Just, Berlin


Dieser Kupferstich - Martin Engelbrecht (1684-1756) schuf ihn 1730 - zeigt einen Bierbrauer mit seinen Gerätschaften. Um den Kopf trägt er den »Bierzeiger« , das damals übliche Zeichen, daß hier gebraut und ausgeschenkt wird. Das freilich ist Spott des Künstlers: Auch damals trugen die Brauer diesen sechseckigen Stern nicht selbst. Er hing vor dem Haus. Die übrigen Gerätschaften sind herkömmlicher Art: Faß, Kübel, Schöpfgeräte, Krug und Trinkglas.

>> Inhaltsstoffe und Kennzeichen



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