Durst wird durch Bier erst schön

DER BIERPLAN VON ST. GALLEN

Skizze Bierplan St. Gallen

Das ist die Brauerei für das dünnste Bier, das fürs Gesinde und für Bettler bestimmt war. Links erkennen Sie die Braustube, darunter den Kühlraum fürs Bier. Rechts ist eine Bäckerei angebaut. Die großen eingezeichneten Kreise bedeuten übrigens nicht - was man ja annehmen könnte -, daß da ein Sudkessel steht. Das sind Öfen. Die Sudkessel waren viel kleiner und offenbar immer zu viert an den Ecken einer quadratischen Feuerstelle angeordnet.

Skizze Bierplan St. Gallen

Der Grundriß des Getreidespeichers: Nur der kreuzförmige Teil des Gebäudes war fürs Getreide da und für die Herstellung von Grünmalz. Die vier kleinen Räume in den Ecken, zwischen den Armen des Kreuzes, dienten als Magazine für allerlei Gerät. Links vom Getreidespeicher arbeiteten und schliefen die Küfer und Wagner des Klosters.

Skizze Bierplan St. Gallen

Auf dem Grundriß des Brauhauses für die Mönche sehen Sie links den Brau-Raum, darunter den Lager- und Kühlraum, rechts einen Vorratsraum fürs Malz und die Darre.

Skizze Bierplan St. Gallen

Die Brauerei für das beste Bier des Klosters. Auch auf diesem Grundriß erkennen Sie unten die Braustube und rechts daneben den Kühlraum fürs Bier. Praktischerweise war (oben links) gleich noch eine Küche für vornehme Gäste angebaut und (oben Mitte und rechts) auch eine Bäckerei. Der Raum links unten, neben der Braustube, war die Speisekammer.

Wieviel Bier Mönche und Nonnen trinken dürfen, wurde im Jahre 817 beim Konzil zu Aachen genau festgelegt:

• Wenn das Kloster reich ist und im Lande viel Weinberge sind, soll jeder reguläre Chorherr täglich fünf Pfund Wein und eine Nonne drei bekommen.

• Gibt es wenig Weinberge, soll der Chorherr drei Pfund Wein und ebensoviel Gewicht an Bier erhalten, die Nonne aber von jedem zwei Pfund.

• Wo gar keine Weinberge sind, bekommt der Chorherr fünf Pfund Bier und nur ein Pfund Wein, die Nonne aber nur drei Pfund Bier.

• In weniger reichen Stiften soll der Chorherr, wenn im Lande reichlich Wein gebaut wird, täglich vier Pfund bekommen.

• Wenn Wein selten ist, stehen ihm zwei Pfund Wein und drei Pfund Bier zu.

• Wo gar kein Wein gebaut wird, soll er vier Pfund Bier und ein Pfund Wein erhalten.

• Ist das Stift arm, der Wein aber billig, dann erhält jeder Mönch täglich zwei Pfund Wein.

• Wo kein Wein gebaut wird, erhält er ein Pfund Wein und drei Pfund Bier.

>> Als aus Einbeck das Bockbier kam



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